Donnerstag, 12. Februar 2015

Ist die zweite Woche wirklich die schlimmste?

Fast alle Austauschschüler sagen, die zweite Woche wäre die schlimmste. Man merkt, dass man sich nicht mehr im „Urlaub“ befindet und alles wird langsam zum Alltagsleben und ist nicht mehr neu und aufregend, wie am Anfang. Die meisten erzählen von Heimweh und leider noch keinen Freunden in der Schule. Doch ich kann für mich definitiv sagen, dass die zweite Woche überhaupt nicht die schlimmste ist.



Ich hatte zum Glück bis jetzt noch überhaupt keine Heimweh Probleme. Klar vermisse ich euch, aber ehrlich gesagt bin ich momentan einfach viel zu beschäftigt um darüber nachzudenken. Und für Heimweh bleibt da keine Zeit. Ich sag nur Schule, Fechten,… Ich habe auch Leute, mit denen ich in den Pausen abhängen kann. Als Freunde würde ich die noch nicht bezeichnen, da ich sie ja erst seit ein paar Tagen kenne. Aber ich gehöre definitiv nicht zu den Leuten, die ihre Pause alleinstehend irgendwo oder im International Bereich verbringen. Gegen den International Pausenbereich hab ich irgendwie so ein bisschen was. Ich will einfach raus und was mit richtigen Kiwis machen.

Die Wörter, die zweite Woche für mich am besten beschreiben sind eher „information overload“ (Informationüberfluss, zu viele Infos auf einmal). Nachdem ich in der ersten Woche mit Regeln und wichtigen Infos eher verschont geblieben bin, (die einen haben es vergessen, die anderen wollten mir Zeit zum Einleben geben) kam dann in der zweiten Woche alles auf einmal. Die gefühlten 1 000 Regeln in der Gastfamilie, die man sich irgendwie merken soll. Leider gelingt mir das noch nicht so richtig und ich verstoß häufiger mal ungewollt gegen einige. Das tut mir furchtbar Leid, aber ich kann nun mal nicht alles auf einmal. Schon zu Hause habe ich einige Regeln zum "Verhalten in der Gastfamilie" bekommen (32 Seiten Worddokument, Schriftgröße 11) und da viel es dann nicht so wahrsinnig schwer sich wenigstens ein paar zu merken. Doch leider soll ich ja irgendwie alle können. Dazu kamen noch Schulregeln, die sind zwar streng, aber zum Glück relativ gut zu merken. Neben den Regeln gab es aber auch Infos, die wie ich finde fast noch wichtiger waren. Das ein Meeting für Sport an dem Ort in der Pause, das andere Meeting für wieder was anders zu einer anderen Zeit, oder war es doch parallel? Und dann noch ein Treffen nach der Schule, aber wo war das nochmal? Den Zettel ausfüllen, das noch schnell unterschreiben, das andere von den Gasteltern unterschreiben lassen,...Es waren einfach zu viele Infos auf einmal und so gehörte ein regelmäßiger Gang zum International Office mit zum Wochenprogramm. Ich mache hier nicht nur Sport, sondern bin jetzt auch bei den GR8M8s (Great Mates). Das ist eine Gruppe von Schüler aus dem Year 13, die sich bereiterklären, den neuen Year 9ern zu helfen sich einzuleben. Zu den Aufgaben gehören nicht nur zeigen, wo sich welcher Raum/Klassenzimmer befindet, sondern auch einfach nur da sein, wenn einer mal in der Pause alleine ist oder jemanden zum Reden braucht und ganz viele gemeinsame Aktivitäten, damit die Neuen sich schneller einleben und viele Freunde finden. So viel helfen kann ich mit dem Raum zeigen leider nicht, ich gehöre momentan noch selber zu den neuen, die durch die Schule irren. Trotzdem fand mein Koordinator es eine gute Idee, dass ich dieser Gruppe beitrete. Das liegt vor allem daran, dass es mit meinem Buddy nicht so hammer geklappt hat und es ziemlich schwer ist einen neuen für mich zu finden. Der Hintergrundgedanke ist, dass ich ganz dort Leute kennenlernen kann, die wirklich Interesse haben anderen zu helfen und somit auch mir helfen können.

Ansonsten habe ich heute meinen Mathe Kurs gewechselt, weil meiner viel zu einfach war. Ich bin jetzt in der besten Mathe Klasse, die es hier gibt. Aber um ehrlich zu sein, finde ich es trotzdem noch einfach. Und das sagt jemand, der in Mathe eher durchschnittlich ist. Ich werde manchmal etwas komisch angeschaut, so als Überflieger Mädchen aus einer niedrigeren Klasse in einem Mathe Kurs mit 90% Jungs. Auch in Physik gehöre ich zu den wenigen Mädchen in diesem Kurs und immer wenn mich jemand fragt, was ich für Fächer habe, werde ich ziemlich schräg angeschaut. Physik (warum nimmst du das, viel zu schwer?) Musik (das ist doch das Fach mit nur 5 Leuten im Kurs, will es so große Anforderungen gibt? und das tust du dir freiwillig an?) Mathe (im besten Kurs?) auch nicht gerade das, was man hier wählt. Aber ich bin mit meiner Wahl total zufrieden und möchte auf keinen Fall irgendein Fach wechseln.

Gestern war ich auf meiner aller ersten Tupperware Party in meinem Leben. Meine Gastschwester, hat sie bei sich zu Hause veranstaltet und ich fand es echt cool. Naja ok, da war eine Frau da, die die Produkte verkaufen wollte und sie hat extrem viel erzählt. Irgendwann liefen meine Ohren nur noch auf Durchzug, denn kaufen war mir zu teuer und zudem hab ich nicht so viel Platz in meinem Koffer, dass alles nach Hause zu transportieren. Aber es gab was zu essen und das war so lecker, dass es wirklich auszuhalten war. Ich darf mich auch schon auf die nächste freuen, denn bei meiner anderen Gastschwester findet in ein paar Wochen auch eine statt.




Sogar in den Farben der Deutschlandflagge
(das war glaube ich aber nicht mit Absicht :D)

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