Sonntag, 8. Februar 2015

Take Me to Church

Auch in Neuseeland gibt es Kirchen und da mein Dad* in der Kirche sehr aktiv ist, hat er Mum, meine Sister und mich heute mitgenommen. Wir sind nach Lower Hutt in eine anglikanische Kirche gegangen. Das war total anders als in Deutschland in der katholischen Kirche. Teilweise waren aber auch manche Lieder und Texte fast exakt dieselben. Nur halt in Englisch.


Holy Trinity Church in Lower Hutt


Man wurde am Eingang freundlich begrüßt und jeder hat sich ein Namenschild geholt. Ich fand das Klima hier total angenehm und alles war viel lockerer als in Deutschland. Zu Beginn vom Gottesdienst wurden meine Sister und ich vom Pfarrer, vor der ganzen Gemeinde, begrüßt und willkommen geheißen. Das fand ich extrem nett und irgendwie hat man sich gleich wie ein Teil der Gemeinde gefühlt. Dieses Gefühl der Gemeinschaft und das wirklich jeder willkommen ist hat man auch vermittelt bekommen, als man am Eingang in die Kirche gekommen ist. Da stand nämlich ein Satz der wie ich finde ziemlich genau auf das zutrifft: „Here there are no strangers … only friends we haven’t met yet!!“ (auf Deutsch so viel wie „Hier gibt es keine Fremden … nur Freunde, die wir noch nicht getroffen haben.“)  Dann wurden Geburtstagslieder gesungen für alle, die in der letzten Woche Geburtstag hatten, was ich auch echt lustig fand. Wohlgemerkt wir befanden uns mitten im Gottesdienst :D. Der Ablauf war eigentlich fast gleich bis auf wenige Ausnahmen, die alle damit zu tun haben, dass das eben eine Anglikanische und keine Katholische Kirche ist. Ich war manchmal aber so mit dem richtigen Lied im richtigen Buch finden beschäftigt, dass ich nicht alles mitbekommen habe. Jeder hatte auf seinem Platz ein Gesangbuch, ein Buch zum mitbeten und noch ein aktuelles Heft mit den Psalmen und Fürbitten für diesen Sonntag und vielen anderen Infos wie nächster Gottesdienst, Beerdigung etc.  Manche neuen Lieder, die nicht im Gesangbuch standen, wurden mit dem Beamer an die Wand gestrahlt. Und ich glaub ihr könnt verstehen, dass das extrem schwer ist da mitzukommen, wenn ständig was aus einem anderen Buch gesungen und gebetet wird und zusätzlich alles auf Englisch ist. Naja so hammer viel verstanden hab ich vom Gottesdienst eigentlich nicht. Dafür sind meine Englischkenntnisse dann doch zu beschränkt. 
Ich fand es war aber trotzdem echt schön. Man saß so auf seinem Stuhl und man hört die viel zu laut eingestellte und etwas blecherne „Orgel“ (eher ein Mix aus Klavier und Orgel) und singt irgendwelche Lieder die total vertraut klingen und man trotzdem nur die Hälfte versteht. Von jedem wird man willkommen geheißen egal ob alt oder jung und alle haben Zeit. Zeit dafür auch mal runter zu kommen und den Moment zu genießen. Von außen hört man von der Nachbargemeinschaft  ziemlich laute Lieder und es stört eigentlich nicht, denn das sind auch nur Menschen die ihre Religion ausüben, nur eben auf andere Weise. Das war so eine wunderschöne Atmosphäre. 
so sieht die Kirche von Innen auch
Der Friedensgruß, den es auch in Deutschland gibt, hat man nicht nur den Leuten vor, hinter und neben einem gegeben, sondern so gut wie allen aus der Kirche. Auch wenn sie 10 Reihen weiter vorne sitzen. Das dauert natürlich alles seine Zeit, aber das ist den Leuten hier egal. Selbst als der Pfarrer schon weiter sprach gingen immer noch Leute durch die Kirche und man hörte noch lange die Worte „Peace with you“ :D Nachdem Gottesdienst  gab es in einem anderen Raum Café, Tee, Kuchen und kleine Häppchen. Ich glaub wir waren fast den halben Sonntag noch in der Kirche, denn hier wurde noch sehr viel erzählt und ich war davon leider ziemlich fertig. Denn es ist echt schwer in einem Raum, in dem es echt laut ist und ganz viele Stimmen durcheinander reden, denjenigen dir gegenüber zu verstehen. Da ich ja allen schon vorgestellt wurde, waren viele neugierig und wollten ziemlich  viel von mir wissen. Wenn sie wissen wollten wo her ich denn genau aus Deutschland komme habe ich immer nur gesagt „near Heidelberg“ das haben die wenigsten verstanden. „Karlsruhe“, „Mannheim“, „Frankfurt“ oder „Baden-Württemberg“ war dann doch eher unbekannt.

*Nach als Anmerkung, falls das jemandem komisch erscheint, dass ich meinen Gastvater mit Dad anrede. Und zwar haben mir meine Gasteltern gleich zu Beginn angeboten sie Mum und Dad zu nennen. Sie haben mir eine richtig süße E-Mail geschrieben und mir erklärt, dass ich mich so gleich viel besser als Teil der Familie fühlen kann. Am Anfang war das echt komisch seine nicht richtigen Eltern mit Mum und Dad an zureden, aber das klappt mit der Zeit immer besser und man gewöhnt sich daran.

Kommentare:

  1. Versuchs mal mit "Near Rhein"
    Des glaub ich jetzt ned:
    Karlruh kennd doch jeda!

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  2. Ich glaube "near Rhein" ist denen dann doch zu allgemein, der fließt ja durch halb Deutschland. Beim nächsten Mal, wenn mich jmd. frägt versuch ich’s trotzdem mal. Bin gespannt was passiert.
    Ich versteh aber einfach nicht, warum alle im Ausland immer Heidelberg kennen. Karlsruhe ist auch eine schöne Stadt. Ich mein so ne Baustellenbesichtigung hat schon was :D

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