Freitag, 20. März 2015

Culture Evening & Market Day

Hier überschlagen sich die Ereignisse richtig und ich habe so das Gefühl jeden Tag passiert irgendetwas neues Aufregendes :D So habe ich am Mittwochabend einen Telefonanruf bekommen von einer Lehrerin, die mir gesagt hat ich soll doch beim Culture Evening etwas auf dem Cello vorspielen. Ich hatte noch nie etwas von diesem Abend gehört und war etwas überfordert, dass ich da auf einmal was vorspielen soll.

Als mich die Lehrerin angerufen hat, stand das Programm schon fest. Ich war Nummer 8 und um 17.30 Uhr dran. Daran gab es nichts mehr zu ändern. Doch wie geht man damit um, wenn man erfährt, dass man am nächsten Tag auf der großen Schulbühne spielen soll?  Ich war erst ziemlich geschockt, da ich das genau einen Abend vorher erfahren habe und ich nicht so genau wusste, was für ein Stück ich spielen soll. Dazu kam, dass ich in letzter Zeit so gut wie nicht geübt habe. Und wenn dann nur irgendwelche Fun-Stücke, jedenfalls alles nichts, was für eine Bühne tauglich wäre. Und schlecht spielen wollte ich auch nicht, da die ganze Schule zuschaut und ich definitiv keine bin, die gern zum Affen gemacht wird, weil sie den Auftritt etwas verhauen hat. Mmm aber wie ging das Ganze dann weiter? Mittwochabends war ich nach dem Anruf noch bei Freunden zum Abendessen eingeladen und danach so müde, dass ich entschieden habe nicht mehr zu übern. Das hätte einfach nichts mehr gebracht. Ich wollte lieber der Effektivität halber ins Bett um für den Auftritt fit zu sein.

Als ich in der Schule ankam verlief eigentlich soweit alles relativ normal. So wie eben Schule so ist. Nur, dass ich wirklich den ganzen Schultag überlegt habe, was ich den vorspielen soll und halb durchgedreht bin, weil ich keine Zeit hatte das Stück auf dem Cello zu üben. In der Mittagspause habe ich das Programm für den Abend bekommen und mir wurde gesagt, dass ich mich nach der Schule zum Soundcheck in der Halle einfinden soll. Das ganze wurde so langsam richtig ernst. Soundcheck!!! Hilfe, die Sache ist doch größer als angenommen. Ich habe mich wirklich schon auf der Bühne gesehen mit meinem Cello und einem Stück, was ich zuletzt vor 2 Monaten gespielt habe. Ich hatte wirklich ziemlich Angst davor. Da die Zeit bis zum Soundcheck immer kürzer wurde und ich immer noch kein Stück hatte, wurde eine Aufregung und Angst immer größer. Irgendwann so ziemlich in der letzten Schulstunde habe ich mich dazu entschieden das Stück vorzuspielen, was ich bei meinem Bruder an der Firmung schon einmal vor sehr vielen Leuten vorgespielt habe. Sprich eine Kirche voller Leute. Das Stück heißt Meditation und ist von Arnold Trowell. Einem Cellist und Komponist, der In Wellington (Neuseeland) geboren ist und später in Frankfurt und Brüssel (Deutschland) studiert hat. Ich fand die Kombination passt einfach perfekt. So habe ich nicht nur so was typisch Neuseeländisches sondern auch ein Stück, das einen deutschen Hintergrund hat. 

Eingefunden beim Soundcheck habe ich das Stück das aller erste mal wieder gespielt, seit der Firmung, die letztes Jahr im November war. Ganze 5 Monate! Es hat erstaunlich gut geklappt und als ich es zur Hälfte gespielt hatte war der Soundcheck auch vorbei. Denn nicht nur ich sollte heute Abend spielen, sondern auch noch viele andere, die aufgeregt auf den Soundcheck warteten. Es war das alles erste Mal für mich überhaupt, dass ich Cello in so einer großen Halle Cello spiele, in der man Mikros am Cello festmachen muss, um überall gehört zu werden. Mit Mirkos finde ich geht der natürliche Klang ein bisschen verloren und am liebsten hätte ich ja ohne gespielt. Aber mit den Technikleuten darüber zu diskutieren hielt ich nicht für die beste Idee. Ich war ganz froh, dass sie mir beim Auf und Abbauen von meinem Zeug geholfen haben. 

Nebenbei fand nach der Schule der Market Day statt. Das ist ein Tag an dem jeder Schüler teilnehmen darf, wenn er möchte. Man kann wirklich über Hotdogs, Pasta, Eis, Kuchen, selbstgemachte Dinge,… wirklich alles verkaufen. Der Tag ist dazu da, um den Schüler zu zeigen, wie es ist selbst an einem Markt teilzunehmen und Dinge zu verkaufen. Wirklich alles, was man verkaufen möchte durfte man mit zur Schule bringen. Von dem eingenommenen Geld muss man 30% an die Schule abgeben und den Rest darf man behalten :D Ich find das eine total gute Idee. Du stellst dich da hin und verkaufst ein bisschen was und besserst dir so dein Taschengeld auf. Gelaufen ist die Aktion richtig gut und wirklich jeder konnte sich über das eingenommene Geld freuen. Auch mir hat der Mart gut gefallen und es war so das perfekte, um sich von dem bevorstehendem Aufritt abzulenken. Einfach über den Schulhof schlendern, der sich in einen großen Markt verwandelt hat und Pasta und Kuchen essen. 

Leider ging die Zeit rasend schnell um und ich musste zurück in die Halle. Nach der Eröffnungsrede und den ersten Aufführungen von den verschiedenen Schulklassen in Japanisch, Französisch, Maori,… wurde es für mich immer ernster. Mein großer Auftritt stand kurz bevor. Ein Glück befand sich genau vor meinem Aufritt eine kleine Pause, damit auch alle Gäste des Culture Evenings die Möglichkeit bekommen über den Markt zu schlendern und sich die verschiedenen Stände anzuschauen. Für mich die Möglichkeit kurz nachzustimmen und einzuspielen. Und dann heiß es „up on stage“
eine Japanisch Klasse mit einem japnischem Song
Irgendwie war ich dann gar nicht mehr aufgeregt und ich habe mir gedacht es wird schon irgendwie klappen. Ich habe das Stück so viel und so lange geübt, da muss das noch in den Fingern sein. Und ich behielt Recht. Ich habe richtig richtig gut gespielt. Auch wenn das Stück normalerweise mit Klavierbegleitung ist und ich es nur alleine gespielt habe, hat es den Leuten sehr gut gefallen. Was mit einige während dem spielen zum Weinen gebracht hat, weil sie so gerührt waren und am Ende für einen großen Applaus gesorgt hat. Und auch ich fand meinen Auftritt sehr gut gelungen. Es hat einfach alles perfekt geklappt und ich glaube ich habe das Stück noch besser gespielt, als ich es damals im November gespielt habe. Es ist total schön, wenn du nach einem gelungenen Auftritt durch die Schule läufst und dich sowohl Lehrer als auch Schüler darauf ansprechen, wie toll das war.
Mein Auftritt hatte auch noch eine andere Folge und die wurde mir von meiner Musiklehrerin heute mitgeteilt. Und zwar wollen jetzt ganz viele Schüler auch Cello spielen lernen. Ich glaube mein Stück kam wirklich gut an und es muss manche doch sehr begeistert haben, dass sie sich dazu entschließen selbst Cello spielen lernen zu wollen. Mich freut das natürlich total :D

 *leider habe ich selber kein Bild von meinem Auftritt, aber ich weiß, wer die offiziellen Bilder für die Schulhomepage gemacht hat und ich werde den demächst unbedingt fragen, ob ich das bekomme*

Doch wer jetzt denke nach dem Abend ging es für mich nach Hause, der hat nicht bedacht, dass Donnerstag war. Und Donnerstag bedeutet Fechttraining. Doch auch da gab es eine sehr große Überraschung für mich. Und zwar habe ich einen Aufnäher für meine Fechtjacke bekommen mit dem Clubwappen. Das hört sich vielleicht jetzt langweilig an, aber das ist was richtig Tolles. Denn sobald man den Aufnäher bekommt ist man offizielles Mitglied des Fechtclubs und man ist in der Gemeinschaft aufgenommen. Ich habe mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd als mir der Aufnäher übergeben wurde und alle geklatscht haben. Das war ein wunderbares Gefühl. Jetzt gehöre ich wirklich dazu und fechte für mein Team den Upper Hutt College Fencing Club. 

Als ob nicht schon genug passiert wäre hat zu Hause auch noch mein School Report (Zeugnis) von Term 2 auf mich gewartet. Und meine Gastmutter hat es mir mit einem großen Strahlen im Gesicht übergeben. Es ist nämlich wirklich sehr gut ausgefallen. Und ich habe in vier von sechs Fächern (Englisch, Mathe, Physik und Outdoor Education) in Mitarbeit, Ergebnisse (Tests, Arbeiten, Projekte), Verhalten im Unterricht und Verhältnis zu anderen ein „Excellent“  bekommen. Das ist die aller beste Note die man bekommen kann. Und sie ist ungefähr eine Note höher gestellt als die 1 in Deutschland. In Musik und Photographie konnte ich mich über „very good“ und „good“ freuen. 

Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem total gelungenem Tag bin ich abends ins Bett gegangen. Und ich wenn ich zurückdenke an das Aufstehen morgens, hätte ich nie gedacht, dass alles so gut laufen wird und ich mit einem super grandiosem Gefühl schlafen gehe :D

Kommentare:

  1. Hallo Barbara,
    was für ein grandioser Tag!
    Dein gelungener Auftritt, die Fecht-Plakette und dein exzellentes Zeugnis!
    Wir sind soooo stolz auf dich und freuen und mit Dir!!!!!

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  2. Viele Grüße aus dem Land der partiellen Sonnenfinsternis

    von Stefan und Julia, die bei mir Gitarre lernt

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  3. Hallo Barbara,
    Wie dürfen wir stolz auf dich sein! Du bist einfach klasse. Ein grandioses Cello Vorspiel. Und das Stück IST wirklich wunderschön. Auch mich hat es bei Martin's Firmung sehr berührt. Dein Fechtabzeichen und ein super tolles Zeugnis. Da gibt es keine Superlative. Ich sag einfach:"herzlichen Glückwunsch Barbara !" Grüßle

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