Dienstag, 17. März 2015

Outdoor Education Trip 2

Auf ging’s am Montag zu unserem 2. Ausflug. Am Anfang habe ich mich richtig doll darauf gefreut, aber als ich morgens aufgestanden bin und mir das wunderbare Regenwetter entgegengeschaut hat, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Trotzdem kann man auch mit Regen unglaublich viel Spaß haben :D



In Deutschland hätte jeder normale Lehrer den Trip wegen schlechtem Wetter abgesagt. In Neuseeland weht da der Wind anders. Ich habe wirklich bis zum letzten Moment noch gedacht, es würde irgendjemand sagen, der Trip wird wegen zu schlechtem Wetter verschoben, aber der Satz kam nicht. Es hat wirklich montags in Strömen geregnet und es gab auch keine guten Wetteraussichten für Dienstag. Und ich habe wirklich gedacht, die spinnen, die Neuseeländer. Auf einen Berg wandern und dann in einer Hütte ohne Strom zu übernachten mit schlechtem Wetter ist eventuell nicht so die beste Idee. Aber die kannten keine Grade, das Ding wurde durchgezogen.

Wir haben uns alle in der Mittagspause in der Sporthalle eingefunden und zu aller erst fand der große Materialtest statt. Es wurde wirklich alles überprüft, was wir dabei haben sollen. Mein Schlafsack ist leider durchgefallen. Er war „etwas“ zu groß. Das lag daran, dass ich meiner Gastmutter erzählt habe ich würde einen Schlafsack brauchen. Und ich bin eher von so einer normalen Größe ausgegangen. Als ich dann morgens meinen Schlafsack bekommen habe, war ich echt überfordert, was ich mit dem riesen Ding machen soll. Und bei Regen den unter oder über den Rucksack zu spannen, ist nicht so die beste Idee. Aber alles kein Problem, die Schule hier ist für alles gerüstet und hat wirklich gefühlte 20 Schlafsäcke, Jacken, Skiunterwäsche, …,die sie für solche Fälle bereithält. Also war alles perfekt und nachdem das Abendessen und Frühstück aufgeteilt und die Anwesenheitsliste überprüft war ging’s los.

Diesmal fanden sich keine Wanderführer ein. Und wir sind mit unserem Outdoor Education Lehrer und einer anderen Lehrerin „allein“ wandern gegangen. Als wir losgelaufen sind, hat es nicht nur in Strömen geregnet (ungefähr so als würde jemand über dir eine Gießkanne ausleeren), sondern es war auch ziemlich kalt. Durch das wandern, wurde einem warm und das kalte war kein Problem mehr, der Regen aber blieb. Und wollte überhaupt nicht mehr aufhören. Manche mit Sportschuhen hatten schon nach den ersten 20 Minuten total durchnässte Schuhe und haben dann „welche Pfütze ist die kälteste?“ gespielt. Sprich denen war’s egal. Nass ist nass und nässer geht nicht :D Ich war ganz froh, dass ich mich für meine Wanderschuhe entschieden habe. Besonders steil, war der Weg eigentlich nicht. Es gab ein paar stellen, welche es wirklich anstrengend war nach oben zu laufen, aber das war gut zu bewältigen und der Rest war relativ easy. Einer meinte er muss abkürzen und ist mehr oder weniger den halben Berg runtergekugelt :D Relativ lustig anzuschauen und als wir wussten, dass alles klar war wurde richtig drüber gelacht. Ich mein man sieht nicht alle Tage, einen der mit roter Regenjacke und Wanderrucksack den Berg runterkullert :D

Relativ schnell waren wir an der Hütte angekommen. Und wirklich jeder war froh, endlich aus dem Regen raus zu sein.


Die Hütte, war relativ einfach eingerichtet. Aber es gab verschiedene Zimmer und sogar Betten, die aussahen wie so typische Jugenherbergenbetten. Wir waren alle sehr hungrig uns ziemlich froh über unsere mitgebrachten Nudeln + Soße, die man nur noch mit ein bisschen Wasser und Milch (Milchpulver, das übrigens ich transportiert habe :D) aufkochen musste. Strom gab es da oben keinen und so mussten wir uns mit dem Essen kochen beeilen, damit wir noch annähernd eine Ahnung haben, was wir kochen.  Zudem wurden Kerzen aufgestellt um ein bisschen mehr zu sehen. Doch was macht man einen Abend auf einer Hütte ohne Strom und natürlich keinem Netz, da sie so ziemlich im off irgendwo auf einem Berg steht? Man macht selbst Entertainmentprogramm. Wir haben sehr viel Karten gespielt, was am Ende zu einer großen Kartenschlacht wurde und sogar unser Lehrer hat sich an der Sache beteiligt. Das wir überall Kerzen hatten, war Nebensache. Passiert ist zum Glück nichts. Wir haben bekannte Filme, Bücher und Personen raten gespielt, ich kannte zwar die Hälfte davon nicht, aber wir hatten trotzdem einfach unglaublich viel Spaß zusammen. Es wurde viel erzählt und irgendwann sind wir Tod müde ins Bett gefallen. 

Regentage haben immerhin einen positiven Punkt und der nennt sich ausschlafen. so sind wir nicht wie geplant um 8 Uhr aufgebrochen, sondern um 11 :D Der Plan war zurück einen sehr langen Weg zu nehmen, aber unsere Lehrer sahen ein, dass das bei dem Regen eventuell nicht so hammer wäre. Leider war ihnen der kurze Weg, den wir auch hingelaufen sind, zu kurz. Und so blieb nur noch einer übrig: der Mittellange. Mittellang hieß 4 Stunden wandern. Über Wurzeln, die sehr rutschig wahren (ich spreche leider aus Erfahrung), mit nassem Gras an den Füßen und Beinen (erst angenehm, dann richtig kalt, aber immerhin waren die Füße dann gewaschen), mit Distelblumen (die definitiv keine wäre, aber so an den Beinen gekratzt haben, dass man am liebsten nur noch schreien wollte), engen Wegen (an denen das Gras und Gestrüpp nicht unbedingt wollte, dass da weiter Wanderer laufen), mit Wasser (das sich den gleichen Weg nach unten gesucht hat und sich zu kleinen Flüssen zusammengeschlossen hat), mit Hängebrücken (die im Wind ziemlich geschaukelt haben) und leider viel zu viel Regen. 

Der 2. Tag war ziemlich klar der anstrengendere von beiden. Und als sich gegen Ende der Regen etwas gelockert hatte, waren wir einfach unglaublich froh. Das Problem am Regen ist auch, dass man nicht einfach so anhalten kann um sich mal auszuruhen uns seinen Sandwich zu essen. Geht nicht sonst ist alles nass. Und so sind wir ohne große Pausen und mit einem Bärenhunger wieder Dienstagnachmittags bei den Autos am Parkplatz angekommen. Im Auto gab es erst mal essen und wir haben uns ein bisschen aufgewärmt, da uns doch trotz warmer Kleidung ziemlich kalt war. Als ich nach Hause gekommen bin hat mir meine Gastmutter heiße Schokolade gekocht und nach einer warmen Dusche war das einfach genau das richtige. 

Gelernt hab ich einiges. Darunter, dass man auch wenn es regnet durchaus Wandern gehen kann und trotzdem sehr viel Spaß haben kann. Denn der Spaß hängt nicht mit dem Wetter zusammen, sondern damit, wie man mit der Situation umgeht und man kann IMMER aus allem das Beste machen. Und noch ein Tipp, falls ihr euch entschließt trotz Regen irgendwann mal wandern zu gehen. Und zwar sind Wanderrucksäcke nur bis zu einem gewissen Level wasserdicht, danach ist es vorbei. Packt also am besten alle eure Sachen in einen Plastikbeutel und den Plastikbeutel dann in den Wanderrucksack. das funktioniert einfach super. Denn nasse Sachen will keiner. Ach und was ich letztes Mal schon gelernt habe. Ne kurze Hose ist besser als eine lange. Die kann nicht so nass werden und trocknet viel schneller. Nun viel Spaß beim Wandern und auch bei Regem kann es durchaus schön sein :D

P.S. Ich möchte an dieser Stelle meinen 110 Jahre alten und richtig coolen Gastopa grüßen, der die Idee mit dem Blog total toll findet. Ich habe ihm versprechen müssen, dass ich ihn hier irgendwo erwähne und erst dann konnte er beruhigt nach Hause fahren :D

Kommentare:

  1. Hallo Barbara, also das mit dem Wandern bei Regen und trotzdem viel Spaß haben erinnert mich an den Ausflug unserer
    Clique in die Pfalz.
    Der Gastopa ist wirklich 110 Jahre alt?
    Mach doch mal ein Bild! Dann kann er sich auch sicher sein, dass er wirklich im Blog erwähnt wurde und sein Bild dann um die halbe welt reisen darf.

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  2. Ja mein Gastopa ist tatsächlich 110 Jahre alt. Wenn ich ihn das nächste mal treffe kann ich ihn fragen, ob er Lust hätte, dass sein Bild um die halbe Welt reist :)

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