Sonntag, 19. April 2015

Milford Sound

Nach einem aufregendem Tag in Wanaka ging es über Qeenstown, Lumsden nach Te Anau, wo unser erster großer Zwischenstopp stattfand. Hier gibt es einfach die aller besten Pies zu essen. Das sind kleine Kuchen die sowohl herzhaft mit Fleisch, als auch süß mit Apfel gegessen werden. Unglaublich gut. Einen nächsten Stopp gab es noch an einem Obstladen, der wie der Name schon sagt Obst verkauft. Aber nicht nur irgendwelches Obst, sondern richtig leckeres und frisches. Und zu unserem Erstaunen war das nicht mal teuer. Denn so ziemlich alles ist in Neuseeland irgendwie teuer, aber das Obst war es zum Glück nicht :D So haben wir uns alle richtig fett mit Obst eingedeckt und die Reise ginge weiter durch den Weltberühmten Homer Tunnel nach Milford Sound. Der Tunnel ist echt cool, denn hier wurde eine Loch von der breite einer Straße in den Felsen gesprengt und es geht leicht nach unten bzw. oben die andrer Richtung und so kann man richtig weit durch den Tunnel schauen. Wir sind jetzt in den hohen Bergen gelandet und hier waren bei unserer Hinfahrt die Bergspitzen mit Schnee bedeckt. Es wurde immer kälter und bei allen kam die warme Jacke zum Einsatz.

Das absolute Highlight an diesem Abend war die Übernachtung auf einem Boot. Man musste am Bot einchecken, was ich immer noch komisch finde :D Das Boot ist in eine Bucht gefahren, wo es dann die Nacht über stehen geblieben ist. 

Von der Bucht aus gab es verschiedene Aktivitäten zu machen: mit einem kleineren Boot rausfahren, Kajaken und Schwimmen gehen. Ich war von vornerein für Boot fahren, da es zum Schwimmen einfach wirklich zu kalt war. Mittlerweile war auch meine Wintermütze im Einsatz, denn mit untergehender Sonne nahm die Temperatur noch mehr ab. Auf dem kleineren Boot hat es dann auch noch angefangen zu hageln-schneien. So was zwischen Schnee und Hagel. Trotzdem konnte man mit dem Mini Boot nochmal um einiges mehr sehen als mit dem großen. Wieder zurück war die heiße Schokolade das absolut meiste getrunkene Getränk :D 

An Bord haben wir unglaublich viele Spiele gespielt. Über Monopoly, Wer bin ich?, Activity,… gab’s einfach alles. Und uns konnte nichts mehr halten, wir mussten einfach die halbe Nacht durchspielen. Das ist auch etwas, was mir in Neuseeland fehlt, man spielt hier leide so gut wie nie Gesellschaftsspiele. 

Abends gab es ein unglaublich tolles Abendessen. Und uns wurde hier an Bord klar, was wir in den letzten Monaten echt vermisst haben. Denn nicht nur das Abendessen war gigantisch toll, sondern auch das Frühstück. Da gab es Orangensaft, Ei, Pancakes, gute Brot und wenn ich gutes Brot sage meine ich das auch, und so viel Obst und Joghurt wie wir wollen. In Neuseeland ist so ein großes Frühstück so gar nicht üblich und erst jetzt wurden allen klar, wie gut wir es doch in Deutschland haben, wenn am Sonntagmorgen das Frühstück ein bisschen größer ausfällt.

Doch das absolute Highlight war eigentlich der Sonnenaufgang. Das sah sooooo unglaublich toll aus, wenn man mitten in einer Bucht steht und über den Bergen um dich rum die Sonne langsam aufgeht. Ich war erstaunt wie schön es hier ist, denn abends war es schon etwas dunkler und erst mit der aufgehenden Sonne wurde mir klar, in was für einem unglaublich schönem Fleckchen von Neuseeland ich gerade gelandet bin. Es war leider bitter kalt an Deck, aber hier hatte man einfach die beste Sicht. Da es über Nacht noch ein bisschen geschneit hat, sahen die Bergspitzen noch schöner aus, als am Tag davor.


Milford Sound ist bekannt für die vielen Wasserfälle,
die direkt von den Bergen kommen.
Wenn es viel gergnet hat oder es taut,
hören sich die Wasserfälle hier in der Bucht wie starker Regen an.



Die Zeit auf dem Boot, war leider viel zu schnell vorbei und wir mussten unsere sieben Sachen packen (auf dem Boot durfte man viel mehr nicht mitnehmen) und wir sind zurück zum Bus gefahren. Ich glaube ich spreche für alle, wenn ich sage die Nacht an Bord der Milford Mariner war eins der absoluten Highlights auf unserer Südinseltour. Denn obwohl es sehr kalt war, hat es sich definitiv gelohnt.

der Abschied von den Segeln, viel allen sehr schwer :(
gerne wären wir noch eine Nacht länger geblieben
Doch das Abenteuer war noch nicht vorbei, sondern hatte erade erst egonnen. Die Straße war gesperrt und so saßen wir im Milford Sound fest. Aber alles kein Problem nach einem kleinem Bushwalk und einem Mini Fußballspiel war die Straße nach zwei Stunden wieder frei und wir konnten weiter fahren. 

Doch fast zu früh gefreut. Während der Fahrt fing es immer heftiger an zu schneien. Und es war nicht nur so ein bisschen. Richtig dicke Flocken sind vom Himmel gefallen. Wir waren hier so ziemlich weit oben in den Bergen und der Schnee blieb relativ schnell liegen. Innerhalb von 15 Minuten war alles voller Schnee und die Straße war so zugeschneit, dass es für den Bus kein Weiterkommen gab. Da saßen wir dann irgendwo im nirgendwo in den Milford Sounds fest. Erst war der Stopp im Schnee toll, denn es hat wirklich keiner damit gerechnet, dass der Winter hier so schnell kommt. Wenn man bedenkt, dass ich mit T-Shirt und kurzer Hose bei 25 °C in Wellington losgeflogen bin ist es fast unvorstellbar genau eine Woche später im Schneechaos zu enden. Dass es schneit, hat der Wetterbericht zwar gesagt, aber dass es uns schon in den Milford Sound einholt war keinem klar. Wir haben eher mit leichten Schneeflocken in Queenstown gerechnet. Aber da sieht man mal, dass nicht immer alles stimmt, was man denkt. So saßen wir ganze drei Stunden im Schnee fest. Es ging nicht mehr vor und nicht zurück. Der Bus war im wahrsten Sinne des Wortes eingeschneit. Wir steckten fest. Schneeketten wurde rausgeholt und ich sag euch, es dauert wirklich so seine Zeit, bis man an einem Reisebus Schneeketten angelegt hat. Mittlerweile hatten wir nämlich gute 25 cm Schnee auf der Straße und die flocken wollten gar nicht mehr aufhören. 



Als die Schneeketten dann nach harter Arbeit dran waren, kam die nächste Überraschung, denn viele Straßen wurden gesperrt. Darunter die, auf der wir uns gerade befanden und die, die nach Queenstown weiter geht und über die wir heute eigentlich fahren wollten. Nach ewiger Wartezeit, war unsere Straße wieder frei und wir konnten unseren Weg weiter nach Te Anau vorsetzten. Dort haben wir eine lange Pause gemacht, denn die Straße nach Qeenstown war immer noch zu und es gab kein weiterkommen. Als die Straße dann zum Glück wieder geöffnet war, dachten wir, wir könnten weiter. Wäre da nicht der Busfahrer gewesen. Unser Busfahrer wollte nicht fahren, da es ihm ein zu großes Risiko war und bestand darauf das wir alle die Nacht in Te Anau zu verbringen. Es gab einen Streit zwischen unserem Reiseleiter, der unbedingt nach Queenstwon wollte und unserem Busfahrer, der darauf bestand hier zu bleiben. Nach langer Diskussion und vielen Telefonanrufen ging die Fahrt glücklicherweise weiter und der Busfahrer ließ sich dazu umstimmen doch nach Queenstwon zu fahren. Für die ganze Stecke haben wir viermal so lang gebraucht wie geplant, aber hey man landet nicht alle Tage ungeplant im Schnee und ein Abenteuer war es allemal.


P.S. an meine Eltern. Wisst ihr wie unfair dass ist, wenn ihr mir Bilder vom Ski fahren schickt? Als es noch keinen Schnee hatte konnte man es verkraften, aber als es dann geschneit hat, wollte ich nichts lieber, als selbst die Ski anschnallen und den Berg runter sausen. Schnee hatte es, Berge auch. Aber vorgesehen war es auf unserer Tour definitiv nicht :( Ich hab richtig Fernweh bekommen und durch eure Bilder wurde das nur noch verstärkt. Hoffe trotzdem ihr hatten einen schönen Urlaub und ganz viele Grüße hab euch trotzdem lieb :D

Kommentare:

  1. Als die Skibilder sind von Papa!! Nur so mal zur Klarstellung.
    Und weißt du wie toll es wir gefunden hätten, deine Südtour mizumachen?
    Jetzt haben wir mal endlich etwas Schönes zu erzählen und nd schon ist es nicht recht!
    Nimm die Skibilder einfach als Vorgeschmack für nächstes Jahr, dann bist du dabei😄😄😄

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  2. Ja das stimmt, da habt ihr Recht. Entschuldige vielmals. Ich freu mich auf jeden Fall schon aufs nächste Jahr. Von den Bilden her kann es ja nur super werden :D

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