Montag, 4. Mai 2015

48 HOURS Media Film Competition

Ihr dachtet ich mache eine Blogpause? Ich habe keine Lust zu schreiben? Definitiv NEIN!!!


48 Stunden ohne Schlaf, 48 Stunden Fastfood,  48 Arbeit auf Hochleistung, 48 Stunden Stress und Konzentration, 48 Stunden und ein großes Ziel – einen fertigen Kurzfilm in den Händen zu halten, der am Mittwoch im Kino präsentiert wird

Freitag 17.30 Uhr
So langsam wird es dunkel und nach einem anstrengenden Schultag finden sich viele Media Schüler aus Year 12 und 13 mit großen Taschen in der Schule ein. Im Gepäck warme Kleidung, ein Schlafsack, Kissen und ganz viel Essen. Ich bin total aufgeregt und habe ein bisschen Angst, da ich fast keinen kenne. Die 2 Wochen in der Media Klasse waren dann doch zu kurz um alle richtig gut kennen zu lernen.

18.00 Uhr
Das erste Meeting. Die Regeln der Schule und des Wettbewerbs werden vorgelesen, ein Gruppenfoto wird gemacht (schließlich sollen darauf alle noch fit aussehen :D) danach werden die Schlafstellen eingerichtet. Hierbei wurde nicht nach Jungs und Mädchen getrennt, wie das normalerweise üblich wäre, sondern nach Year 12 und Year 13. Da ich ja eigentlich 12 bin, aber Media in 13 habe, fand ich, ich gehöre einfach zu den 13nern und habe da meine Ecke fertig gemacht. 

18.50 Uhr
Die Spannung steigt alle warten auf den Startschuss. Die Gruppen werden verkündet und in jeder Gruppe jeweils ein Produzent ausgelost. Die Aufgabe des Produzenten ist, die Gruppe zu koordinieren, Infos von den Lehrern entgegenzunehmen, die Dreharbeiten zu Leiten und unzählige Papiere auszufüllen. Die Gruppen bestanden aus 4-6 Leuten. Meine Gruppe bestand aus 5 (4 Mädchen und ein Junge)


19.00 Uhr (noch 48 h)
Der Startschuss fällt und wir bekommen eine Nachricht mit allen wichtigen Infos. Jede Gruppe erhält einen Titel für den Kurzfilm und eine Kategorie und es gibt allgemeine Elemente, die in jedem Film enthalten sein müssen.
Meine Gruppe hatte folgende vorgaben:
  • Titel: Milk was a bad choice 
  • Genre: Science gone mad. (Es gab Freudenschreie, großes maulen und einfach nur erleichterte Gesichter. Durchschnittlich gesehen hätte eine unserer Gruppen das Genre: Musical bekommen müssen, aber ein Glück ist das nicht passiert. Das ist das unbeliebteste überhaupt, da der Kurzfilm aus mindestens drei Selbstgeschriebenen, gesungenen und per formten Songs bestehen muss. Da gehören nicht nur gute Ideen, sondern auch einiges an Talent und Mut dazu.)
  • Charakter: Harper Harrison 'rücksichtslos, unüberlegt' 
  • Zeile: "oh really" 
  • Gegenstand: Brot
  • Technisches Element: Match Cut/ Match Dissolve ("Im engeren Sinne versteht man unter einem match cut (oft auch: form cut) einen Schnitt, der zwei zeitlich und räumlich getrennte Einstellungen verbindet, die durch ineinander übergehende Objekte oder Handlungen miteinander verbunden zu sein scheinen: Eine graphische Gestalt aus dem einen Bild wird im anderen wiederaufgenommen, die Bilder scheinen ineinander transformiert werden zu können. Match cuts in diesem engeren Sinne sind oft wahrnehmungsauffällig, stellen die graphische Verbindung zwischen Einstellungen als eigene ästhetische Form aus. Legendär ist der match cut aus Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey (1968), bei dem ein Knochen, von einem Urmenschen in die Luft geworfen, in eine Raumstation übergeht. Neuerdings wird der match cut häufig in Musik-Videos verwendet, wenn z.B. sich eine Zeichentrickfigur in eine reale Person wandelt." Quelle: http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=1817)

19.15 Uhr (noch 47 h, 45 min)
Alle sind voller Spannung und Ideen sprudeln aus allen Mündern nur so heraus. Keiner ist mehr zu halten. Mind-Maps werden erstellt und das Internet nach möglichen Ideen durchforstet. Das Abendessen rückt bei vielen erst mal in den Hintergrund, momentan gibt es wichtigere Dinge :D Wir haben beschlossen wer in unserer Gruppe welche Aufgabe übernimmt. Person 1: Produzent, Kamera; Person 2: Kamera; Person 3: Kamera, Editor; Person 4: Schauspieler und Person 5 (Ich): Schauspieler
Danach war Zeit für ein schnelles Abendessen. Bei mir gab es Fertig Paella für die Mikrowelle. Ich fand es total lecker :D Was man an so einem Wochenende lernt, ist welches Fertiggericht wirklich was taugt und man sieht von welchem man nach 2 Stunden wieder Hunger bekommt. 


23.30 Uhr (noch 43 h, 30 min)
Meeting. Jede Gruppe präsentiert ihre Story Idee, den anderen. Man bekam ehrliches Feedback. Mache Geschichten waren schlecht durchdacht und nicht umsetzbar. Etwas Neues musste her und die Nacht wurde automatisch verlängert. Mit unserer Gruppe waren alle zufrieden und unsere Idee wurde als eine der besten gekürt. Jippi!!!

Unsere Geschichte: Wissenschaftler Dr. Harper Harrison verliert jedes Jahr im großen US Science Wettbewerb, nach aufsuchen eines Psychologen erfährt er, dass es höchstwahrscheinlich an seiner Assistentin (mir) liegt. Der Plan: die Assistentin umbringen. Nach langem Überlegen bittet er mich im ein Buch über Gifte aus der Bücherei zu bringen (klingt normal, er ist Wissenschaftler und experimentiert häufiger mal) Doch ich merke, irgendwas stimmt nicht. Ich gebe ihm satt dem Gift Buch ein normaler Buch über Brot. Er ist so bescheuert, dass er nicht merkt, dass ich das Cover gefälscht habe und wundert sich warum Brot als Ergebnis herauskommt. Ich räume für ihn das Labor auf und erkenne, dass das meine Chance ist. Ich hole das richtige Buch und mixe das Gift. Das Gift gebe ich über das gebackene Brot und serviere es ihm zum Dinner. Er stirbt, ich grinse. (so als Kurzfassung)

Samstag 00.30 Uhr (noch 42 h, 30 min)
Die Arbeit am Skript kann losgehen. Da die grobe Idee schon stand, klang das einfach. War es aber nicht. Wir haben den ganzen Film ausarbeiten müssen. Dialoge erfinden und durchdenken. Gute Drehorte suchen und checken, ob man da wirklich drehen darf, Kostüme durchdenken und sicher gehen, dass wir alle bis morgen bekommen. Man sieht viele rauchende Köpfe und die ersten fangen langsam an zu gehen. Man merkt, dass viele einen anstrengenden Schultag hinter sich hatten. Das Projekt wurde unter anderem von einem Energy Drink gesponsort und so gab es für jeden pro Tag 5 freie ich-muss-wachbleiben-Getränke.

2.00 Uhr (noch 41 h)
Der Mülleimer füllt sich mit grünen Dosen und die Anzahl der Energy Drinks reduziert sich rasant. Ich bin total müde und meine anderen Teammitglieder schicken mich und den anderen Schauspieler ins Bett. Schließlich müssen wir fit für den morgigen Drehtag sein. Für die anderen geht die Arbeit am Skript weiter.


6.30 Uhr (noch 36 h, 30 min)
Die ersten Wecker klingeln. Nach einer kurzen Nacht geht die Arbeit wieder los. Die Ansichten, was manche unter Frühstück verstehen ist sehr unterschiedlich. Man kann aber allgemein sagen, bei den Leuten, die geschlafen haben bestand das Frühstück größtenteils aus Toast, Müsli,… und bei den Durchmachern aus Pizza, Würsten,… Energy Drinks hatte fast keiner mehr übrig. 

7.00 Uhr (noch 36 h)
Frühes Meeting. Die Energy Dink Vorräte werden aufgefüllt und man sieht deutlich die Unterschiede zwischen den Leuten die geschlafen haben und denen die nicht geschlafen haben. Ich fühle mich einfach nur fertig und würde am liebsten wieder schlafen gehen. Während die anderen, die nicht geschlafen haben noch relativ fit sind und nicht so fertig aus der Wäsche schauen. Alle Skripte sind fertig und wir geben unsere Listen mit den Drehorten ab. Unsere Lehrer müssen schließlich wissen, wo wir wann sein wollen. Das gute an der Sache ist, dass sie uns überall hin fahren müssen, wo wir hin wollen. Auch wenn es zwei Stunden entfernt ist. Unsere Gruppe hat die Drehorte relativ nah. Die Schulküche, Chemie Labor, Straße und die große Bücherei in Upper Hutt.

8.50 Uhr (noch 34 h, 10 min)
Die letzten Infos zum Drehen werden ausgetauscht und verantwortlich Personen angerufen, die man um Erlaubnis bitten muss, um an speziellen Plätzen zu drehen. Wasserschutz, City Council, Supermarkt-, Tankstellen- und Bahnangestellte wurden geradezu aus dem Schlaf geklingelt. Aber bei uns gab es kein Erbarmen. Unsere Zeit rennt. 

9.00 Uhr (noch 34 h)
Startschuss für die Kameras. Jetzt durften wir beginnen zu drehen. Jeder hat Kameras und spezielle Ausrüstung zum Drehen bekommen. Hier muss ich sagen die Ausrüstung der Schule ist genial. Es gab GoPros und Drohnen, mit denen man grandiose Aufnahmen machen konnte. Das große Filmen begann. 

12.00 Uhr (noch 25 h)
Bei meiner Gruppe läuft alles gut, wir haben alle unsere Kostüme bekommen und schon die ersten guten shots hinter uns. Meine Müdigkeit ist mit zum Glück nach 2 Energy Drinks uns ein bisschen Make-up nicht anzumerken. Wir haben die Bücherei immer noch nicht erreicht und versuchen auf gut Glück hinzufahren. 

12.40 Uhr (noch 24 h, 20 min)
Schlechte Nachrichten wir dürfen in der Bücherei nicht drehen. Wir sind enttäuscht und die Stimmer unserer Gruppe fällt gewaltig. Nach einem kurzen Stopp beim Supermarkt und Dominos (hier gibt’s Pizza) geht’s wieder zurück in die Schule. Jetzt müssen wir die Schulbücherei nehmen.

15.00 Uhr (noch 28 h)
Große Vorfreude auf ausruhen. Wir sind fast fertig mit drehen. Der letzte shot und es ist geschafft,…. doch dann… die schlimmste Erkenntnis… totale Eskalation in der Gruppe… wir merken, dass das Mikrofon mehr als die Hälfte der Zeit ausgeschaltet war. Die shots sind nicht verwendbar. Wir müssen alles nochmal drehen. Wir Schauspieler sind am Ende. Die Stimmung total am Boden. Der wenige/keine Schlaf macht sich bemerkbar. 

17.00 Uhr (noch 26 h)
Wir haben es geschafft. Ich bin total fertig. Zwar sind wir alle unglaublich erleichtert, aber trotzdem ist noch lang kein Ende in Sicht. Unser Editior macht sich an die Arbeit. Gemeinsam entscheiden wir über die besten shots und Perspektiven. Besonders gut gefällt mir ein shot von mir in der Bücherei, wo ich das Gifte Buch suche und ein shot in dem ich Chemikalien (Wasserfarbe :D) mixe. Das sieht einfach unglaublich echt aus.

23.00 Uhr (noch 20 h)
Ready for music? Wir sind wieder alle gefragt, denn wir müssen uns für Musik entscheiden. Das ist nicht einfach, da man nur bestimmte Musik benutzen darf (GEMA und Co. machen einem das Leben schwer) und dann ist die Auswahl immer noch zu groß, um genau das zu finden, was man möchte.


Sonntag 2.00 Uhr (noch 17 h)
Der Media Raum wird geschlossen. Zeit ins Bett zu gehen. Wir brauchen alle dringend Schlaf. Doch nicht jeder entschiedet sich dazu und so arbeiten einige auch die zweite Nacht komplett durch. Der Mülleimer quillt mittlerweile über. Die grünen Dosen befinden sich überall. Und die letzten Dosen sind heiß begehrt.


6.30 Uhr (noch 12 h, 30 min)
Ein neuer morgen. Erste Wecker klingeln, Frühstück. Müdigkeit steckt in allen Knochen. Ich habe keine Energie mich nur einen Schritt zu bewegen. Aber ich muss. Ich kann mein Team nicht im Stich lassen. Ich schaff das schon. Irgendwie,…

7.00 Uhr (noch 12 h)
vor dem Media Raum warten ungeduldige und hundemüde Editor. Die Zeit rennt, die Filme müssen fertig werden. Um kurz nach 7 Uhr wird der Raum wieder aufgeschlossen und es geht weiter.

12.00 Uhr (noch 7 h)
Alle arbeiten im Media Raum auf Hochtouren. Egal wie müde. Die zwei-Nächte-nicht-Schlafer sind völlig am Ende. Alle Tricks mit kaltem Wasser ins Gesicht, noch mehr Energy Dinks,… zwecklos… was jetzt hilft wäre ein Bett… doch das geht nicht… die Zeit rennt. Mittlerweile fängt für alle nicht Editoren und Menschen, die gerade nicht irgendwo gebraucht werden die große Aufräum-Aktion an. Und ihr glaubt nicht, wie viel es zu putzen gibt. Unendlich viele Becher, Tassen,.. zu waschen, Räume zu fegen und zu putzen, Müll zusammen zu lesen,… das übliche nach zwei Tagen ohne Schlaf.

14.00 Uhr (noch 5 h)
Ich werde nicht mehr gebraucht und beschließe nach Hause zu gehen. Ich brauche dringend eine Dusche und ein BEEEETTTTT. Zu meiner Erleichterung melden sich meine Gasteltern, dass sie mich abholen. Jetzt kann alles nur noch gut werden. Doch ich lande nicht zu Hause, sondern finde mich in mitten einer Geburtstagsparty wieder. Irgendwie bekam ich auch das rum und dann schrie mein Bett schon nach mir… 

18.55 Uhr (noch 10 min)
Alle Kurzfilme sind fertig uns werden pünktlich hochgeladen. Der Stress fällt ab. Viele Augen fallen zu. Das Ende ist erreicht. Und nicht nur das Zeitliche auch das Körperliche.

Jetzt ist Montagabend und ich fühle mich nicht nur wie nach 48h, ich sehe auch so aus. Es tut mir übrigens für alle Rechtschreib- und Grammatikfehler unendlich Leid. Aber ich habe das Gefühl fast keinen vernünftigen Satz mehr schreiben zu können. Ich finde aber, dass 48h einfach ein unglaublich tolles Erlebnis war, denn wir hatten trotz wenig Schlaf unglaublich viel Spaß zusammen. Und ich habe live erlebt, wie viel Arbeit es ist einen Kurzfilm zu drehen, der am Ende nicht mal 6 Minuten lang ist. Ich habe gelernt wie oft man Szenen filmen muss, wie viele Perspektiven man braucht, wie schweißtreibend und stressig die Arbeit ist, bis man einen fertigen Film in den Händen hält, der die Zuschauer nicht langweilt. Ich bin mit unserem Ergebnis mehr als zufrieden und kann es kaum erwarten mich am Mittwoch im Kino auf der großen Leinwand vor über 400 Leuten zu sehen. 

P.S gerne würde ich das Video hier veröffentlichen, da es sich aber um einen offiziellen Wettbewerb handelt, darf ich weder Bilder von den Dreharbeiten noch das Video hochladen. Es tut mir echt Leid, denn ich weiß euch würde es brennend interessieren. 

Kommentare:

  1. Mann , ist das spannend!
    Ich wäre auch gerne bei der Premiere im Kino dabei.
    Wünsche eurem Film Viel Glück und als Gewinn "eine Tüte Schlaf"

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